Mike Pence vs. Kamala Harris

Der Vergleich der Vize-Präsidentschaftskandidat*innen

Video TV-Debatte Pence-Harris

Mike Pence, Vizepräsident von US-Präsident Donald Trump (Republikaner), und Kamala Harris, "Running Mate"  des Herausforderers Joe Biden (Demokraten), trafen am 7. Oktober bei einer Fernsehdebatte aufeinander. Aber welchen Werdegang haben Mike Pence und Kamala Harris und welche politischen Positionen vertreten sie?

Herausforderin Kamala Harris

Persönliche Daten

Die 55-jährige Kamala Harris (geboren am 20. Oktober 1964) ist die Tochter eines aus Jamaika stammenden Wirtschaftsprofessors und einer aus Indien stammenden Krebsforscherin. Sie wurde in Kalifornien geboren und wuchs nach der Scheidung ihrer Eltern teilweise in Kanada auf. Harris ist sowohl die erste schwarze Frau als auch die erste Frau mit asiatischen Wurzeln, die zur amerikanischen Vizepräsidentin gewählt werden könnte. Harris ist seit 2014 mit dem jüdischen Anwalt Douglas Emhoff verheiratet und hat zwei Stiefkinder. 

Ausbildung und Beruf

Kamala Harris studierte Wirtschafts- und Politikwissenschaften an der afroamerikanischen Howard University und Jura an der University of California in San Francisco. 1990 erhielt sie ihre Zulassung als Anwältin. Danach arbeitete sie acht Jahre lang als Bezirksstaatsanwältin (deputy district attorney) in Alameda County, bevor sie 1998 als Abteilungsleiterin zur Bezirksstaatsanwaltschaft in San Francisco wechselte (assistant district attorney). Danach arbeitete sie für die Stadtverwaltung von San Francisco, wo sie sich um Fälle von Kindermissbrauch und -vernachlässigung kümmerte. 

Politische Karriere

2004 wurde Kamala Harris zur Leiterin der Bezirksstaatsanwaltschaft von San Francisco (district attorney) gewählt - im Gegensatz zu Deutschland wird man in diese Position in den USA nicht ernannt, sondern von der Bevölkerung gewählt. Im Wahlkampf versprach die damals 37-jährige Harris, grundsätzlich nicht auf Todesstrafe für Beschuldigte zu plädieren, woran sie sich später hielt. Sie initiierte ein Resozialisierungsprogramm für nicht-gewalttätige Straftäter*innen zwischen 18 und 30 Jahren, das später auf den ganzen Bundesstaat Kalifornien ausgedehnt wurde. Harris startete auch eine Initiative gegen Schulschwänzen, das Eltern von häufig abwesenden Kindern mit Strafen von einer Geldstrafe bis hin zu einem Jahr Gefängnis bedrohte. 

Ende 2010 wurde Kamala Harris als 44-Jährige im US-Bundesstaat Kalifornien zum Attorney General gewählt - ein Amt, das sowohl die Aufgaben einer Generalstaatsanwältin als auch einer Justizministerin umfasst. In dieser Funktion setzte sie sich unter anderem für die Rechte von überschuldeten Hausbesitzer*innen und die rechtliche Möglichkeit einer gleichgeschlechtlichen Ehe in Kalifornien ein. Eine Initiative zur Abschaffung der Todesstrafe in dem US-Bundesstaat unterstützte sie hingegen nicht, obwohl sie keine Befürworterin der Todesstrafe ist. 2016 wurde Kamala Harris in den US-Senat gewählt, wo sie den Bundesstaat Kalifornien vertritt. 

Harris nahm selber am Vorwahlkampf der US-Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur teil, schied aber im Dezember 2019 aus. Im August 2020 gab Joe Biden kurz vor seiner Nominierung als demokratischer Präsidentschaftskandidat bekannt, dass er sich für Kamala Harris als "Running Mate" entschieden habe. 

Politische Positionen

Kamala Harris lässt sich weder dem linken noch dem moderaten Flügel der US-Demokraten eindeutig zuordnen. Ihre Positionen werden als "pragmatisch progressiv" beschrieben.

Sie setzt sich für eine Ausweitung der Krankenversicherung ein und unterstützte zeitweise sogar den Vorschlag Bernie Sanders für eine staatliche Krankenversicherung für alle Amerikaner*innen. Als kalifornische Generalstaatsanwältin unterstützte sie die "Ehe für alle". Sie setzt sich seit vielen Jahren gegen Hassverbrechen gegen Mitglieder der LGBTQ-Community ein. Während ihrer Präsidentschaftskampagne befürwortete sie steuerfinanzierte Abtreibungen für Frauen mit niedrigem Einkommen und setzte sich für eine sechsmonatige, bezahlte Elternzeit ein. 

Als Senatorin brachte sie einen Vorschlag für einen "Green New Deal" zur Bekämpfung des Klimawandels ein. Harris befürwortet seit vielen Jahren strengere Waffengesetze. Bei der Steuerpolitik möchte sie ärmere Familien entlasten. Außerdem befürwortet sie eine liberalere Einwanderungspolitik. 

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Letzte Aktualisierung: Oktober 2020, Internetredaktion der LpB BW

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