Ehemalige Kandidaten

Der aktuelle US-Präsident Joe Biden wird 2024 nun doch nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Nachdem die Zweifel an seiner Eignung als Kandidat immer lauter geworden waren, verkündete Biden im Juli seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur. Die Vorwahlen der Demokraten hatte Biden in der ersten Jahreshälfte 2024 noch mit deutlichem Abstand gewonnen. Nun wird an seiner Stelle die bisherige Vize-Präsidentin Kamala Harris ins Rennen um die Präsidentschaft gehen.
Etwas offener war anfänglich die Frage, wer für die Republikaner ins Rennen um die Präsidentschaft gehen wird. Zwar galt Donald Trump als klarer Favorit, doch rechneten sich auch andere prominente Republikaner wie etwa Ron DeSantis, rechter Hardliner und Gouverneur von Florida, oder Nikki Haley, ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Chancen auf die Kandidatur aus – sie alle blieben bei den parteiinternen Vorwahlen jedoch chancenlos gegen Donald Trump. Nach dem Rückzug Haleys im März 2024 war der Weg für eine erneute Kandidatur Trumps geebnet.
Das Dossier gibt einen Überblick über die Kandidaten, die an den Vorwahlen teilnahmen.

Erst nach Abschluss der Vorwahlen und stetig zunehmendem innerparteilichem Druck verkündete Joe Biden seinen Rückzug aus dem Rennen um die Präsidentschaft. An seiner Stelle wurde die bisherige Vizepräsidenten Kamala Harris zur Kandidatin der Demokraten gekürt. Bei den Präsidentschaftswahlen Anfang November wird sie gegen Donald Trump antreten. Wofür stehen die beiden Kandidaten und welche Pläne haben sie in den verschiedenen Politikfeldern? Hier gibt es die Infos.
Die Kandidaten der Demokraten

Das Bewerberfeld der Demokraten war von Beginn an sehr überschaubar. Neben US-Präsident Biden hatten auch die Autorin Marianne Williamson und Dean Phillips, Abgeordneter des US-Repräsentantenhaus ihre Kandidatur erklärt. Williamson gab im Februar den Ausstieg aus dem Rennen um die Kandidatur bekannt. Dean Phillips blieb zwar offiziell länger im Rennen, war allerdings gegen Amtsinhaber Biden vollkommen chancenlos. Nach Bidens Verzicht auf eine erneute Kandidatur wird die bisherige Vizepräsidentin Kamala Harris für die Demokraten ins Rennen gehen. Bei einer Online-Abstimmung Anfang August erhielt sie 99 Prozent der Delegiertenstimmen.
Ehemalige Bewerber
Joe Biden

Amtsinhaber Joe Biden ist der 46. Präsident in der Geschichte der USA. Bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 setzte er sich knapp gegen Donald Trump durch, der sich bis heute weigert, Bidens Wahlsieg anzuerkennen. Nach der chaotischen Amtszeit Trumps kehrte Biden als Präsident wieder zu demokratischen Gepflogenheiten zurück und trat auch auf internationalem Parkett weitaus diplomatischer auf als sein Vorgänger. Vor allem jedoch brach er mit dem post-faktischen Politikstil von Trump. Exemplarisch hierfür steht der Wiederbeitritt der USA ins Pariser Klimaabkommen.
Biden gilt als Präsident der politischen Mitte. Umstritten ist sein vergleichsweise hohes Alter. Biden war bei seinem Amtsantritt mit 78 Jahren bereits der älteste Präsident der US-Geschichte. 2024 wird er bereits 82 Jahre alt sein. Brisant: Eine Mehrheit der Amerikaner und sogar eine Mehrheit unter den Anhängern der Demokraten hatte sich in einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP gegen eine erneute Kandidatur Bidens ausgesprochen. Im Juli 2024 erklärte Biden seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur.
Dean Phillips

Dean Phillips ist Unternehmer und seit 2018 Abgeordneter im Repräsentantenhaus für den Bundesstaat Minnesota. Als Erbe der Phillips Distilling Company, einer Schnapsbrennerei, und Gründer einer Kaffeehauskette ist er einer der reichsten Kongressabgeordneten.
Phillips gilt als gemäßigter Demokrat und stimmt mit Präsident Biden in vielen politischen Punkten überein. Die Präsidentschaft seines Parteifreunds Biden lobt Phillips in den höchsten Tönen. Dass er als Bewerber um die Kandidatur trotzdem bei den Vorwahlen gegen Biden antrat, begründete Phillips vor allem mit dem fortgeschrittenen Alter des Präsidenten und stützte sich dabei auf Wählerbefragungen. So hatte eine Umfrage von CNN und dem Meinungsforschungsinstitut SRRS ergeben, dass sich über 80 Prozent der demokratischen Wählerinnen und Wähler eine Alternative zu Biden wünschen. Vor diesem Hintergrund befürchtet Phillips, dass die Demokraten die Präsidentschaftswahl mit Biden nicht gewinnen werden.
Phillips warb bei den Vorwahlen für eine politische Erneuerung und versprach, sich dafür einsetzen, dass die Kosten des alltäglichen Lebens wieder bezahlbarer werden. Außerdem kündigte er an, die politische Spaltung und Polarisierung einhegen und Menschen verschiedener Hintergründe zusammenbringen zu wollen.
Marianne Williamson

Marianne Williamson ist Bestseller-Autorin und war spirituelle Beraterin von Talkmasterin Oprah Winfrey. Die heute 71-Jährige nahm bereits 2020 an den Vorwahlen der Demokraten zur Präsidentschaftswahl teil.
Williamsons politisches Programm für die Vorwahlen richtete sich vor allem gegen die wachsende soziale Ungleichheit und die Auswüchse des „Hyper-Kapitalismus“. Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung werde von der gegenwärtigen Politik vernachlässigt und habe das Nachsehen gegenüber mächtigen Wirtschaftsinteressen. Der Bedrohung der Demokratie könne nur mittels einer sozial gerechten Politik entgegengewirkt werden.
Williamsons Kandidatur wurden von Beginn an kaum Chancen zugerechnet. Trotzdem war es ihr wichtig, im Rahmen ihrer Kandidatur für ihre Anliegen zu werben.
Die Kandidaten der Republikaner

Bei den Republikanern ging Ex-Präsident Donald Trump als klarer Favorit ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Obwohl gegen den Ex-Präsidenten mehrere Gerichtsverfahren anhängig sind, erfreut er sich weiterhin starker Umfragewerte. Nach dem Rückzug von Floridas Gouverneur Ron DeSantis war die ehemalige UN-Botschafterin Nikki Haley die einzig verbliebene Herausforderin im Rennen um die Kandidatur. Nach deutlichen Niederlagen bei den Vorwahlen der Republikaner, zog jedoch auch Haley im März 2024 ihre Kandidatur zurück.
Ehemalige Bewerber
Nikki Haley

Nikki Haley war von 2011 bis 2017 Gouverneurin des US-Bundesstaats South Carolina. 2017 wurde sie von Donald Trump zur US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen berufen. Von diesem Amt trat sie allerdings bereits 2018 wieder zurück. Während ihrer Amtszeit als UN-Botschafterin hatte Haley eigenständige Positionen vertreten. So kritisierte sie die russische Einflussnahme auf den US-Wahlkampf 2016 und forderte im Zusammenhang der #MeToo-Debatte, Frauen Gehör zu schenken, die Vorwürfe gegen Donald Trump erhoben hatten.
Auch in den TV-Debatten zu den parteiinternen Vorwahlen geht Haley zunehmend auf Distanz zu ihrem einstigen Chef. Zwar sei Trump der richtige Präsident zur richtigen Zeit gewesen, doch gehöre zur Wahrheit auch, dass auf Trump stets Chaos folge. Und eben jenes Chaos könne man sich angesichts der angespannten weltpolitischen Lage nicht mehr leisten. Die Ukraine möchte sie auch weiterhin militärisch unterstützen. Zugleich betont Haley, dass sie in vielen politischen Punkten durchaus mit Trump übereinstimme. Dennoch sei es nun an der Zeit für eine politische Erneuerung. Haley verbindet ein seriöses Auftreten mit sehr konservative Positionen, wie etwa der strikten Ablehnung von Abtreibungen.
Nach dem Super Tuesday am 5. März verkündete Haley ihren Ausstieg aus dem Rennen um die Kandidatur.
Ron DeSantis

Ron DeSantis ist Gouverneur von Florida. Zuvor war er von 2013 bis 2018 Abgeordneter im Repräsentantenhaus. DeSantis gilt als rechter Hardliner und wird aufgrund seiner politischen Positionen häufig mit Donald Trump verglichen. Dan Eberhart, Großspender der Republikaner, sagt über DeSantis: „Er ist wie Trump, aber ein bisschen klüger, disziplinierter und schroff, ohne zu schroff zu sein“.
Als Gouverneur von Florida unterzeichnete DeSantis im Mai 2023 ein Gesetz, welches Programme für Diversität, Gleichstellung und Inklusion an den Universitäten verbietet. Im selben Jahr erließ er eine Richtlinie, nach der in Floridas Schulen künftig unterrichtet werden soll, dass die Sklaverei für Afroamerikaner auch positive Effekte gehabt habe. Darüber hinaus ließ DeSantis bestehende Wahlkreise neu zuschneiden, um bei künftigen Wahlen republikanische Kandidaten zu begünstigen.
Nach den Vorwahlen in Iowa gab Ron DeSantis seinen Ausstieg aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur bekannt. Zugleich teilte er mit, fortan Donald Trump zu unterstützen.
Sonstige ehemalige republikanische Bewerber
- Vivek Ramaswamy: ein in den USA geborener, indischstämmiger, Buchautor und Hedge-Fonds-Manager [ausgeschieden]
- Asa Hutchinson: Ehemaliger Gouverneur von Arkansas (2015-2023) [ausgeschieden]
- Chris Christy: Ehemaliger Gouverneur von New Jersey (2010-2018) [ausgeschieden]
- Doug Burgum: Gouverneur von South Dakota [ausgeschieden]
Sonstige Bewerber
Neben den Kandidaten der beiden großen Parteien bewerben sich auch Politiker kleinerer Parteien oder unabhängige Kandidaten um das Amt des US-Präsidenten. Diese Kandidaten haben zwar kaum eine Chance auf den Wahlsieg, sind aber trotzdem nicht bedeutungslos. So können sie nicht nur für Themen werben, denen die anderen Kandidaten wenig Beachtung schenken, sondern erhalten natürlich auch eine gewisse Anzahl an Stimmen. Unter Umständen könnte es sich dabei sogar um entscheidende Stimmen handeln, die dem demokratischen oder republikanischen Lager am Ende fehlen.
Green Party
- Jill Stein
- Randy Toler
Libertarian Party
- Jacob Hornberger
- Lars Mapstead
- Chase Oliver
- Michael Rectenwald
- Joshua Smith
- Mike ter Maat
Unabhängige Bewerber (Auswahl)
- Robert Kennedy Jr. [zurückgezogen]
- Afroman
Autor: Internetredaktion LpB BW | letzte Aktualisierung: November 2024.