Trump oder Biden: Wer führt?

Zur Bedeutung von Umfragen im US-Wahlkampf

Welche Bedeutung haben nationale Umfragewerte?

Vor den Präsidentschaftswahlen in den USA führen Fernsehsender, Zeitungen und Forschungseinrichtungen nationale Umfragen durch: (mögliche) Wählerinnen und Wähler werden befragt, ob sie am 3. November ihre Stimme Donald Trump oder Joe Biden geben wollen. In den vergangenen Monaten  erzielte der demokratische Kandidat Joe Biden konstant bessere Umfragewerte als der republikanische Amtsinhaber Donald Trump. Das amerikanische Statistikportal fivethirtyeight.com errechnet aus den unterschiedlichen Umfragen einen Durchschnittswert, auf dem unsere Grafik oben auf dieser Seite beruht.

Wenn am 3. November 2020 also alle Wählerinnen und Wähler so abstimmen würden wie bei aktuellen Befragungen, würde Joe Biden landesweit 51 Prozent der Stimmen erringen. Aber würde er damit zum nächsten amerikanischen Präsidenten gewählt?

Amerikanische Präsidenten werden von den Wähler*innen nicht direkt, sondern über die Entsendung von Wahlfrauen und -männern gewählt. In den meisten US-Bundesstaaten gilt dabei das Prinzip "The winner takes it all". Wer also in Kalifornien oer Texas eine Mehrheit bei den Wählerstimmen erhalten hat, bekommt alle Wahlfrauen und -männer dieses Bundesstaates zugesprochen. 

In vielen US-Bundesstaaten erhalten regelmäßig entweder die Demokraten oder die Republikaner eine stabile Mehrheit. Deshalb spielen sogenannte "Swing States" ("schwankende Staaten") eine besonders wichtige Rolle, in denen sowohl Demokraten als auch Republikaner die Chance auf einen Sieg haben. Welcher Kandidat in den "Swing States" führt, ist deshalb aussagekräftiger als die nationalen Umfragewerte. 

 

Welche Staaten sind 2020 "Swing States"?

Das Rennen zwischen US-Demokraten und US-Republikanern könnte bei den Präsidentschaftswahlen am 3. November 2020 in folgenden US-Bundesstaaten besonders knapp werden (in unserer Grafik lila gefärbt):

  • Arizona (11 Wahlleute von insgesamt 538)
  • Texas (38 Wahlleute)
  • Ohio (18 Wahlleute)
  • North Carolina (15 Wahlleute)
  • Florida (29 Wahlleute)

In blau gefärbten Staaten werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die US-Demokraten gewinnen: dazu gehören die nördlichen Ostküstenstaaten wie New York, New Jersey oder Connecticut und die Westküsten-Staaten Kalifornien, Oregon und Washington. 

In rot gefärbten Staaten wird ein deutlicher Wahlsieg der US-Republikaner erwartet: dazu gehören bsp. Staaten des Mittleren Westens wie Nord- und Süddakota oder Staaten des Südens wie Mississippi und Alabama. 

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