Trump oder Biden: Wer führt?

Zur Bedeutung von Umfragen im US-Wahlkampf

Statistik: US-Wahl: Umfragewerte von Joe Biden und Donald Trump in Wahlumfragen verschiedener Institute (Stand: Oktober 2020) | Statista
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Laut nationaler Umfragen liegt Joe Biden als US-Präsidentschaftskandidat seit Wochen vor dem amtierenden Präsidenten Donald Trump. Doch wie aussagekräftig sind diese Umfragewerte? Und welche Rolle spielen die sogenannten Swing States? Hier geben wir Antworten auf diese Fragen.

Welche Bedeutung haben nationale Umfragewerte?

Vor den Präsidentschaftswahlen in den USA führen Fernsehsender, Zeitungen und Forschungseinrichtungen regelmäßig nationale Umfragen durch: (Mögliche) Wähler*innen werden befragt, ob sie am 3. November ihre Stimme Donald Trump oder Joe Biden geben wollen. In den vergangenen Monaten erzielte der demokratische Kandidat Joe Biden konstant bessere Umfragewerte als der republikanische Amtsinhaber Donald Trump.

Wenn am 3. November 2020 also alle Wähler*innen so abstimmen würden wie bei aktuellen Befragungen, würde Joe Biden landesweit 51 Prozent der Stimmen erringen. Aber würde er damit zum nächsten amerikanischen Präsidenten gewählt?

Amerikanische Präsidenten werden nicht direkt von den Wähler*innen gewählt, sondern über die Entsendung von Wahlfrauen und -männern. In den meisten US-Bundesstaaten gilt dabei das Prinzip "The winner takes all". Wer also in Kalifornien oder Texas eine Mehrheit bei den Wählerstimmen erhalten hat, bekommt alle Wahlfrauen und -männer dieses Bundesstaates zugesprochen. 

In vielen US-Bundesstaaten erhalten regelmäßig entweder die Demokraten oder die Republikaner eine stabile Mehrheit. Deshalb spielen sogenannte Swing States ("schwankende Staaten") eine besonders wichtige Rolle, in denen sowohl Demokraten als auch Republikaner die Chance auf einen Sieg haben. Welcher Kandidat in den Swing States führt, ist deshalb aussagekräftiger als die nationalen Umfragewerte.

So lag zum Beispiel auch Hillary Clinton bei der letzten US-Wahl 2016 in den Umfragen für gewöhnlich vorne – sogar noch Tage vor der Wahl. Die Umfragen hatten also offenbar einen maßgeblichen Anteil von Wähler*innen nicht erfassen können – oder viele Wähler*innen entschieden sich erst kurzfristig für die Wahl von Donald Trump. Das war vor allem in den damals entscheidenden Schlüsselstaaten im Mittleren Westen der Fall.

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Welche Staaten gelten 2020 als Swing States?

Infografik: Hier wird die US-Wahl entschieden | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Das Rennen zwischen den US-Demokraten und den US-Republikanern könnte bei den Präsidentschaftswahlen am 3. November 2020 laut RealClearPolitics in folgenden US-Bundesstaaten besonders knapp werden:

  • Texas (38 Wahlleute von insgesamt 538)
  • Florida (29 Wahlleute)
  • Pennsylvania (20 Wahlleute)
  • Ohio (18 Wahlleute)
  • Georgia (16 Wahlleute)
  • Michigan (16 Wahlleute)
  • North Carolina (15 Wahlleute)
  • Arizona (11 Wahlleute)
  • Minnesota (10 Wahlleute)
  • Wisconsin (10 Wahlleute)

Daneben gibt es Bundesstaaten wie die nördlichen Ostküstenstaaten (New York, New Jersey oder Connecticut) und die Westküsten-Staaten Kalifornien, Oregon und Washington, in denen mit hoher Wahrscheinlichkeit die US-Demokraten gewinnen werden. In den Staaten des Mittleren Westens wie zum Beispiel Nord- und Süddakota oder Staaten des Südens wie Mississippi und Alabama wird dagegen ein deutlicher Wahlsieg der US-Republikaner erwartet.

Auf der US-Datenwebseite FiveThirtyEight lassen sich verschiedene Szenarien für den Wahlausgang selbst durchspielen.

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Letzte Aktualisierung: Oktober 2020, Internetredaktion der LpB BW