Kamala Harris

Der Werdegang der demokratischen Vizekandidatin

Wer ist Kamala Harris?

Die 55-jährige Kamala Harris ist die Tochter eines aus Jamaika stammenden Wirtschaftsprofessors und einer aus Indien stammenden Krebsforscherin. Sie wurde in Kalifornien geboren und wuchs nach der Scheidung ihrer Eltern teilweise in Kanada auf. Harris ist sowohl die erste schwarze Frau als auch die erste Frau mit asiatischen Wurzeln, die zur amerikanischen Vizepräsidentin gewählt werden könnte. 

Welche Ausbildung hat Harris?

Kamala Harris studierte Wirtschafts- und Politikwissenschaften an der afroamerikanischen Howard University und Jura an der University of California in San Francisco. 1990 erhielt sie ihre Zulassung als Anwältin. Danach arbeitete sie acht Jahre lang als Bezirksstaatsanwältin (deputy district attorney) in Alameda County, bevor sie 1998 als Abteilungsleiterin zur  Bezirksstaatsanwaltschaft in San Francisco wechselte (assistant district attorney). Danach arbeitete sie für die Stadtverwaltung von San Francisco, wo sie sich um Fälle von Kindermissbrauch und -vernachlässigung kümmerte. 

Wie begann die politische Karriere von Harris?

2004 wurde Kamala Harris zur Leiterin der Bezirksstaatsanwaltschaft von San Francisco (district attorney) gewählt - im Gegensatz zu Deutschland wird diese Position in den USA nicht ernannt, sondern von der Bevölkerung gewählt. Im Wahlkampf versprach die damals 37-jährige Harris, grundsätzlich nicht auf Todesstrafe für Beschuldigte zu plädieren, woran sie sich später hielt. Sie initiierte ein Resozialisierungsprogramm für nicht-gewalttätige Straftäter*innen zwischen 18 und 30 Jahren, das später auf den ganzen Bundesstaat Kalifornien ausgedehnt wurde. Harris startete auch eine Initiative gegen Schulschwänzen, das Eltern von häufig abwesenden Kindern mit Strafen von einer Geldstrafe bis hin zu einem Jahr Gefängnis bedrohte. 

Welche Ziele hatte Harris als kalifornische Generalstaatsanwältin bzw. Justizministerin?

Ende 2010 wurde Kamala Harris als 44-Jährige im US-Bundesstaat Kalifornien zum Attorney General gewählt - ein Amt, das sowohl die Aufgaben einer Generalstaatsanwältin als auch einer Justizministerin umfasst. In dieser Funktion setzte sie sich unter anderem für die Rechte von überschuldeten Hausbesitzer*innen und die rechtliche Möglichkeit einer gleichgeschlechtlichen Ehe in Kalifornien ein. Eine Initiative zur Abschaffung der Todesstrafe in dem US-Bundesstaat unterstützte sie hingegen nicht, obwohl sie keine Bewfürworterin der Todesstrafe ist.